Lieber Herr Klein,
zuerst einmal möchte ich Ihnen meinen Dank und ein großes Lob für die tolle Organisation unserer Reise aussprechen. Es war alles perfekt!!!
Angefangen hatte es ja schon damit, dass Sie mich auf dem Flughafen beim Check-In anriefen. Eine super Betreuung! Alles hat geklappt und als wir in Moskau ankamen, holte uns der Fahrer ab und brachte uns ins Hotel. Das Hilton Garden Inn ist ein sehr schönes Hotel und wir genossen es, den Abend freizuhaben und uns im Zimmer häuslich einzurichten.
Am 2. Tag lernten wir den Rest unserer kleinen Gruppe kennen, die alle sehr nett waren. Valéry holte uns ab und wir machten eine ausgedehnte Stadtrundfahrt, teils mit dem Auto und teils zu Fuß. Leider regnete es an diesem Tag und Moskau zeigte sich ziemlich grau. Wir fuhren aber nicht um 16.00 Uhr zurück ins Hotel, weil Valery uns noch so viel zeigen wollte. Wir fuhren erst um 19.00 Uhr zurück, aber mit der Metro. Er zeigte uns die schönsten Metro-Stationen und wie wir selbstständig damit fahren können. Der Tag war total interessant, aber auch total anstrengend.
Am 3. Tag fuhren wir zur Zarenresidenz Kolomenskoje. Wir konnten die Gebäude aber leider nur von außen besichtigen, da wir keine russische Corona-App hatten und deshalb nicht hinein durften. Es war trotzdem sehr schön. Um 14.00 Uhr kamen wir wieder im Hotel an, wurden aber schon um 16.00 Uhr wieder von dort abgeholt. Besser wäre es, gleich in der Stadt zu bleiben, dann könnte man sich die Fahrt durch den dichten Verkehr sparen. Von 17.00 bis 19.30 Uhr hatten wir die Schifffahrt auf der Moskwa, die sehr schön war und das Essen sehr lecker. Valéry hat uns viele Informationen über Russland, seine Geschichte und die Bauwerke in Moskau gegeben.
Der 4. Tag war zu unserer freien Verfügung und da lachte die Sonne. Wir waren in der Basilius-Kathedrale, sind den Arbat entlang geschlendert und waren im Kaufhaus GUM. Dank Valérys Einweisung kamen wir ganz gut mit der Metro zurecht und blieben bis zum Abend in der schönen Stadt Moskau. Valéry hatte uns zwar angeboten, den Tag mit ihm zu verbringen und den Kreml zu besichtigen, aber wir wollten lieber draußen sein und den Moskauern zuschauen.
Am 5. Tag war der Transfer zum Bahnhof. Da würde es reichen, sich erst um 15.30 Uhr zu treffen, da der Zug erst um 16.38 Uhr fährt. Wir waren viel zu früh dran und die Wartezeit am Bahnhof war lang. Am Vormittag hatten wir uns Proviant für die Zugfahrt in dem großen Geschäft gegenüber unseres Hotels besorgt. Die erste Strecke waren wir in der 2. Klasse untergebracht. Zum Glück hatten wir das Abteil für uns, es war auch so eng. Die Betten sehr schmal und der Boden ziemlich staubig. Die Toiletten waren so, wie es auch in unseren Zügen vor 20 Jahren gang und gäbe war, nämlich ziemlich eklig. Daran mussten wir uns erst gewöhnen. Wir fuhren die ganze Nacht und den ganzen
6. Tag, bis wir pünktlich um 20.19 Uhr in Jekaterinburg ankamen. Wie Sie geschrieben haben, sind die Züge absolut pünktlich. Das Zugpersonal sprach kein Wort Englisch, so verständigten wir uns mit Händen und Füßen. Irina holte uns am Bahnhof ab und brachte uns ins Hotel Four Elements, das auch wieder sehr schön war. Zum Glück gab es den Gepäckservice am Bahnsteig, da unsere Koffer doch ziemlich schwer waren.
Am 7. Tag trafen wir uns mit Irina gleich nach dem Frühstück und besichtigten die schöne Stadt, wieder teils zu Fuß und teils mit dem Auto. Irina war für alle Vorschläge offen und so fuhren wir auf den Wissotzkiturm zum Kaffeetrinken und um die Aussicht zu bewundern. Danach fuhren wir an einer Gedenkstätte für die Opfer Stalins vorbei und anschließend zu den drei Stelen, die die Grenze zwischen Europa und Asien markieren. Dort tranken wir eine Flasche Sekt und bekamen ein Zertifikat, dass wir an der Grenze waren. Außerdem besuchten wir noch das Kloster, das an der Stelle errichtet wurde, an der die Zarenfamilie vergraben wurde. Danach aßen wir in einem typisch russischen Restaurant zu Abend und bekamen noch kleine Filzstiefelchen zum Abschied geschenkt. Dieser Tag war superschön und Irina war so herzlich und nett, dass wir uns am Bahnhof mit einer Umarmung verabschiedet haben. Sie sollten also den ganzen Tag ins Programm aufnehmen und unbedingt Irina als Reiseleiterin für die Gruppen buchen! Kurz vor zehn Uhr ging es dann mit dem Zug weiter, dieses Mal in der 1. Klasse. Das fühlte sich nicht so beengt an und wir bekamen Wasser und Süßigkeiten von unserer Zugbegleiterin. Dieses Mal waren es zwei Betreuerinnen und da wir am nächsten Tag auch noch ein Mittagessen im Speisewagen bekamen, holte uns die Begleiterin extra ab und brachte uns hin. Leider sprachen auch diese beiden Frauen kein Englisch.
Den ganzen 8. Tag verbrachten wir im Zug, der dieses Mal etwas sauberer war.
Am 9. Tag holte uns Victor in Krasnojarsk am Bahnhof ab und wieder waren wir sehr froh über den Gepäckservice. Wir machten gleich eine Stadtrundfahrt mit Auto und zu Fuß, konnten aber nicht alles sehen, weil die Luft so trüb war. Victor sagte uns, dies käme von den Waldbränden in Jakutien, aber die Aluminiumwerke in Krasnojarsk sind sicher auch nicht unschuldig. Wir konnten das andere Ufer des Jenisseis nicht erkennen, so neblig war es. Frau Bischoff wurde noch von einem Regionalsender interviewt, der wissen wollte, was sie zu der Luftqualität sagt. Das wurde abends im Fernsehen ausgestrahlt. Da wir von der Nacht im Zug ziemlich müde waren und das Bedürfnis nach einer Dusche groß war, fuhren wir schon um 13.00 Uhr ins Hotel Hilton Garden Inn. Dort konnten wir uns entspannen und Wäsche waschen. Diesen Punkt sollten Sie vielleicht im Programm erwähnen, damit man nicht so viel Gepäck mitnimmt. Die Hilton Hotels hatten beide einen Waschraum mit Trockner. Der freie Nachmittag und Abend taten sehr gut.
Am 10. Tag holte uns Victor im Hotel ab und wir besuchten das Heimatmuseum mit einer speziellen Führung. Das war sehr interessant. Die Luftqualität war an dem Tag leider noch schlechter. Victor brachte uns mittags zum Bahnhof und um 13.20 Uhr ging die Fahrt nach Irkutsk los. Wieder waren wir in der 1. Klasse untergebracht, aber der Zug war sehr alt und die Toiletten nach unten offen. So waren wir froh, als wir am Morgen aussteigen durften.
Am 11. Tag holte uns Natalja am Bahnhof in Irkutsk ab. Wir fuhren zuerst zum Flughafen, da ich einen Coronatest für die Insel Olchon machen musste. Alle anderen waren geimpft, aber froh, währenddessen eine normale Toilette besuchen zu können. Anschließend besichtigten wir das Freilichtmuseum Talzy, das sehr schön war. Danach fuhren wir mit dem Sessellift zum Tscherskjistein, aber auch dort war die Sicht sehr schlecht. Der Rauch von den Waldbränden kam bis Irkutsk. In Listwjanka gab es ein leckeres Mittagessen mit Omul und wir waren im Baikalmuseum, wo wir viel über den See und die Flora und Fauna erfuhren. Nach einem Stopp im Souvenirgeschäft machten wir eine Bootsfahrt auf dem Baikalsee. Der Tag war toll und alles war sehr interessant, aber wir waren ziemlich müde von der Zugfahrt und so waren wir froh, als wir abends ins Hotel Marriott gebracht wurden. Dort konnten wir duschen, uns ausruhen und die breiten Betten genießen.
Am 12. Tag holte uns Natalja nach dem Frühstück ab und wir fuhren zur Insel Olchon. Unterwegs bekamen wir noch ein feines Mittagessen im Restaurant. Wir hielten an burjatischen Heiligtümern an, verteilten Wodka für die Geister und den Rest tranken wir. Die Fahrt auf der Fähre verging schnell und auf der Insel wurden wir von einem Fahrer im Geländewagen abgeholt. Auf der Insel gibt es keine geteerten Straßen und so bretterten wir über die Piste. Sehr abenteuerlich! Wir kamen abends im Hotel Baikal View an. Das besteht aus vielen kleinen Holzhüttchen und einem schönen Restaurant, in dem wir unser Abendessen bekamen.
Am 13. Tag fuhren wir nach dem Frühstück nicht, wie geplant, in den Norden der Insel, sondern in den Süden, weil es auch dort so neblig war. Dieser Ausflug war wunderschön! Der Fahrer zeigte uns viele besondere Stellen, wir wanderten ein bisschen und genossen die Natur. Mittags kochte der Fahrer Fisch für uns und am Nachmittag fuhren wir zu den Schamanenfelsen beim Dorf Khuzir. Natalja erzählte uns ganz viel über die Sitten und Bräuche der Burjaten und kümmerte sich um uns und unser Wohlergehen wie eine Mutter. Fordern Sie unbedingt Natalja für diesen Teil der Reise an, auch sie war total nett und herzlich! Das Abendessen bekamen wir wieder im Hotel. Alle Gäste auf der Insel Olchon brauchten entweder eine Impfbescheinigung oder einen Test, vielleicht deshalb, weil der Gesundheitsminister an diesem Tag die Insel besucht hat. Wer weiß!
Am 14. Tag fuhren wir nach dem Frühstück wieder nach Irkutsk zurück. An die holprige Fahrt im Geländewagen hatten wir uns schon gewöhnt. Unterwegs aßen wir noch in einem typisch burjatischen Restaurant, nämlich in einer Jurte. Dort empfing uns auch ein junger Mann in Tracht auf dem Pferd. Das war alles sehr spannend. Zurück in Irkutsk machten wir eine Stadtrundfahrt und besichtigten die Dekabristengräber und vieles mehr. Natalja erzählte uns ganz viel Wissenswertes. Abends kamen wir müde, aber zufrieden, in dem Hotel Marriott an, das auch sehr schön war.
Am 15. Tag mussten wir früh aufstehen, da der Zug nach Wladivostok schon um 9 Uhr abfuhr. Wieder freuten wir uns über den Gepäckservice am Bahnhof und verabschiedeten uns herzlich von Natalja.
Den 16. und 17. Tag verbrachten wir komplett im Zug. Leider hatten wir wieder den alten Zug und die junge Zugbegleiterin war allein. Dementsprechend schmutzig war alles. Aber wir machten das Beste daraus, aßen im Speisewagen und vertrieben uns die Zeit mit Spielen, Lesen, Stricken und Bestaunen der Landschaft. Besonders schön war die Strecke am Baikalsee entlang, nachts fuhren wir über den Amur.
Am 18. Tag kamen wir um 15.28 Uhr in Wladivostok an, wo uns Anna am Bahnhof abholte. Wir waren froh, im Hotel Astoria schöne breite Betten und eine saubere Toilette zu haben. Deshalb ruhten wir uns an dem Abend erst einmal aus.
Am 19. Tag machten wir eine Stadtrundfahrt durch Wladivostok, besichtigten den Hafen, das U-Boot und vieles mehr. Mittags begleitete mich Anna zum Coronatest, danach hatten wir Freizeit und machten einen ausgedehnten Bummel durch die Stadt.
Am 20. Tag holte uns Anna nach dem Frühstück ab und wir fuhren zur Insel Russky. Dort besichtigten wir die Festung, das Universitätsgelände und die Brücke. In der Festung brauchten wir auch die Taschenlampe, die wir mitgenommen hatten. Mittags fuhren wir wieder in die Stadt und wir konnten noch ausgiebig einkaufen. Anna sagte uns, dass es besser sei, alle Touren am Vormittag zu unternehmen, da ab Mittag der Verkehr noch weiter zunimmt und man sehr lange im Stau steht. Wladivostok ist eine schöne, lebendige Stadt. Wir hatten den Eindruck, nicht in Russland zu sein, sondern in einem Urlaubsort in Italien, alles war sehr locker.
Am 21. Tag wurden wir von Anna bereits um 6.00 Uhr abgeholt und zum Flughafen gebracht. Leider regnete es. Wir hatten nur am ersten und am letzten Tag Regen, sonst gab es immer Sonnenschein. Wir hatten so ein Glück!!! Der Heimflug war lang, aber Aeroflot hat einen guten Service. Abends um halb neun Uhr kamen wir erschöpft, aber glücklich und zufrieden, wieder zu Hause an.
Es war eine wunderschöne Reise und ich kann Sie bestens weiterempfehlen! Sie haben wirklich alles toll organisiert, vielen Dank!
In Ihre Checkliste sollten Sie noch ein Tuch für den Besuch der Kirchen aufnehmen, ein Zweifach-Stecker ist jedoch nicht nötig, weil es bis auf den alten Zug Nummer 12 immer Steckdosen im Abteil gab. Im alten Zug waren sie auf dem Gang. Eine Russisch-App auf dem Handy würde gute Dienste tun, da niemand im Zug Deutsch oder Englisch spricht. Einweg-Handschuhe für den Zug könnten auch nicht schaden.
Wir waren erstaunt, wie schnell wir uns an alles gewöhnt haben und haben nur gute Erfahrungen gemacht. Wir haben uns absolut sicher gefühlt und in den Städten hatten wir tolle Reiseleiter. Russland ist ein wunderschönes Land und ich bin froh, dass ich alles mal mit eigenen Augen gesehen habe. Die Gruppengröße war optimal, wir waren wie eine kleine Familie.
Hoffentlich können Sie noch viele Reisen anbieten, es lohnt sich absolut!
Nochmals vielen Dank.
P.S.
Heute Nacht ist mir bewusst geworden, wie sehr ich Irina und Natalja hervorgehoben habe. Ich möchte jetzt nicht, dass Sie denken, die anderen Reiseleiter wären schlecht gewesen. Valéry, Victor und Anna waren auch sehr nett, sie haben uns gut betreut und wir waren sehr zufrieden mit ihnen. Aber Irina und Natalja waren eben noch um einiges herzlicher und zugänglicher. Außerdem hatten wir mit den beiden auch ganz besondere Erlebnisse: Mit Irina haben wir die Grenzen zwischen Europa und Asien erfahren und mit Natalja waren wir am Baikalsee unterwegs.
Alle haben betont, wie sehr sie sich freuen, denn wir waren ihre erste Gruppe seit knapp zwei Jahren.
Was ich auch noch vergessen habe zu erwähnen, ist, dass die Gäste, die diese Reise machen, ausreichend Bargeld für das Trinkgeld einplanen sollten. Die Gepäckbeförderer am Bahnhof, die Fahrer, die Reiseleiter, alle sind sehr bemüht und freuen sich natürlich über ein angemessenes Trinkgeld, da der Verdienst nicht besonders hoch ist. Diese Trinkgelder können natürlich nicht mit Karte bezahlt werden. Deshalb sollte jeder zusätzliches Bargeld mitnehmen, das in Russland gewechselt werden kann. Allerdings nur in Banken bzw. Wechselstuben, die Hotels machen das nicht. Für das Essen haben wir nicht viel Geld gebraucht, alles war ziemlich günstig.
So, mehr fällt mir jetzt im Moment nicht ein. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit dem Vermitteln von Reisen wie der unvergesslichen Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn.
Mit freundlichen Grüßen