Reiseinformationen Baikal

Schon die reinen Fakten sind faszinierend: Der Baikal ist der tiefste, älteste und größte Süßwassersee der Erde.

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Ein See wie ein Gedicht. Der Baikalsee. Die blaue Perle Sibiriens ist nicht nur der tiefste, größte und älteste Süßwassersee der Welt – er ist auch der beeindruckendste. Seine über 2.000 km langen Ufer werden umrahmt von weiten Hochgebirgen, einsamen Buchten und endlosen Nadelwäldern. Eine ursprüngliche, wilde Landschaft, die eine reiche Geschichte zu erzählen hat. Von Kosaken und Burjaten, von Schamanen und Altgläubigen, von unberührter Natur und einzigartigen Bewohnern.

Baikalsee

Der Baikalsee

Entstanden ist das „sibirische Meer“ vor über 25 Millionen Jahren, an seiner tiefsten Stelle misst es enorme 1.642 Meter. In Deutschland würde er mit seiner Länge von 670 km von Hamburg bis nach München reichen, an der breitesten Stelle liegen die Ufer 79,5 Kilometer voneinander entfernt. Damit ist die Wasseroberfläche größer als ganz Belgien.

Das kristallklare Wasser des Baikalsees macht ein Fünftel des weltweiten Süßwasservorkommens aus, umrahmt wird es von steil abfallenden Bergketten, wunderschönen Buchten und Sandstränden, von riesigen Nadelwäldern und trockenen Steppen. 336 Flüsse und Bäche fluten den Baikal Tag für Tag, aber nur ein Abfluss, der Angara, verlässt den See beim Dorf Listwjanka. Obwohl der Angara einer der größten Flüsse Russlands ist, bräuchte er rund 400 Jahre, um den Baikalsee mit seiner gewaltigen Wassermenge zu leeren.

Faszinierend geht es auch unterhalb der Wasserlinie weiter: Mehr als 2.500 verschiedene Organismen leben im Baikalsee, zwei Drittel von ihnen sind endemisch, das heißt sie schwimmen weltweit nur im Baikalsee. Darunter die einzige Süßwasserrobe der Welt, die Baikalrobbe, von der bis heute ungeklärt ist, wie sie ihren Weg ins Landesinnere fand, und der allgegenwärtige Omul, ein lachsartiger Fisch, der geräuchert oder frisch an jeder Ecke des Baikalsees angeboten wird.

Eine ganz besondere Bedeutung hat der Baikalsee für die knapp 300.000 Ureinwohner Sibiriens, die Burjaten. Für sie ist der Baikal ein magischer Ort. Zahlreiche Schamanensteine zeugen von der tiefen Verbundenheit und Verehrung der Burjaten für das „Auge Sibiriens“. Und tatsächlich, wer ihn einmal erlebt hat, seine majestätische Weite und Stille, seine Wildheit und unvergleichliche Schönheit, seine Farben und Lichtspiele, kann sich der Faszination des Naturwunders Baikal nicht entziehen.

Fast schon selbsterklärend führt er die Liste der beliebtesten Reiseziele in Sibirien an. Bequem ist der Baikalsee mit der Transsibirischen Eisenbahn erreichbar. Staunen lässt er seine Besucher unter anderem aufgrund seiner Klarheit mit einer Sicht von bis zu etwa 40 Metern Tiefe. Rund um den See werden das ganze Jahr über unterschiedliche Aktivitäten von Vogelbeobachtungs-Trips im Sommer bis Eisangeln im Winter angeboten.

Bestens eignet sich die größte Insel des Baikalsees namens „Olchon“ als Ausgangspunkt.

Sehr beeindruckend ist der Baikalsee auch in den Wintermonaten, wenn er gefriert. Das Eis erreicht dann eine Dicke von bis zu 1,5 Metern und könnte dann sogar von einem Auto befahren werden.

Der atemberaubende Baikalsee sollte bei der Planung einer Reise durch Sibirien, zum Beispiel mit der Transsibirischen Eisenbahn, wirklich nicht vergessen werden. Vielmehr sollte er, gerade für Naturliebhaber, auf Platz 1 der zu besichtigenden Ortschaften stehen.

Irkutsk

Irkutsk. Ufer der Angara

Eine Stadt zum Verlieben. Begonnen hat Irkutsks Geschichte als kleines Kosakenfort, heute präsentiert sich die Stadt als quirlige Metropole mit einer bezaubernden Altstadt. Wunderschöne Holzhäuser mit handgeschnitzten Friesen reihen sich an alte Kaufmannshäuser, prachtvolle Villen stehen neben farbenprächtigen Kirchen. Unbedingt sehenswert: die Kirche der Gottesmutter von Kasan mit ihren ockerfarbenen Simsen, blauen Kuppeln und goldenen Kreuzen. Ebenfalls nicht versäumen sollten Sie den Besuch des Dekabristen-Museums. Hier, in der Holzvilla einer der beteiligten Adligen, lässt sich die Geschichte der ersten Revolutionäre verfolgen, die 1825 in St. Petersburg den Zar stürzen wollten. Sie wurden verbannt, natürlich nach Sibirien. Nach Jahren harter Arbeit ließen sich viele in Irkutsk nieder und machten die Stadt zum kulturellen Zentrum Sibiriens. Das ist sie mit ihren fünf Universitäten, zahlreichen Museen und Theatern bis heute geblieben. Dazu ist sie seit dem Bau der Transsib ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, von dem aus die Schätze Sibiriens und der Baikalregion in die Welt transportiert werden.

Sehenswürdigkeiten und weitere Informationen zu Irkutsk

Das Dorf „Listwjanka“

Zum ersten Mal wurde im Jahre 1773 von Listwjanka aufgrund einer Poststelle gesprochen.

Das rund 1500 Einwohner zählende Dorf Listwjanka liegt etwa 70 Kilometer in südöstlicher Richtung von Irkutsk entfernt, an der Stelle, an der der Fluss Angara dem Baikalsee entspringt. Listwjanka bietet mit seiner etwa 5 Kilometer langen Uferstraße einen atemberaubenden Ausblick auf den wunderschönen Baikalsee. Aufgrund seiner gut ausgebauten Infrastruktur, seinem vielseitigen Angebot an Hotels und Restaurants ist das Dorf ein beliebtes Reiseziel für Touristen.

Sehr begehrt ist der Schamanenstein, der mittig des Flusses Angara zu sehen ist. Es wird erzählt, dass der Vater Baikal einst aus Verärgerung einen üppigen Stein nach seiner einzigen Tochter Angara warf, da sie zu ihrem Liebsten Jenissej verschwinden wollte. Einen eindrucksvollen Ausblick auf den Schamanenstein bietet der nach einem Forscher des Baikals benannte Tschersky-Berg. Seine Aussichtsplattform ist innerhalb von 30 Minuten Fußweg oder mittels einer Seilbahn bequem erreichbar.

Bemerkenswert und als Trauungsort sehr beliebt ist die Nikolaikirche im Krestowski-Tal.

Eine Legende besagt, dass der russische Kaufmann Xenofont Serebrjakov am Baikalsee in extreme Seenot geriet. Seine Gebete an den heiligen Schutzpatron der Seefahrer, Sankt Nikolaus, wurden erhört und der Seemann überlebte das starke Gewitter. Als Dank ließ er am Baikal-Ufer eine hölzerne Kirche errichten, die 1846 geweiht wurde. Aufgrund der Gefahr die von dem steigenden Pegel des Baikalsees ausgeht, wurde die Kirche Mitte des 20. Jahrhunderts in das Krestowski-Tal umgesiedelt.

Hier finden auch heute noch Gottesdienste statt.

Das Dorf „Listwjanka“ sollte definitiv bei einem Aufenthalt in Irkutsk mit eingeplant werden. Nach nur einer Stunde Fahrtzeit über den Baikaltrakt kann die Aussicht auf den gigantischen Baikalsee genossen werden.

Das Baikal-Museum

Sehr bemerkenswert an dem Baikal-Museum in Listwjanka, ca. 70 Kilometer von Irkutsk entfernt, ist, dass es ausschließlich naturwissenschaftliche Informationen über den Baikalsee vermittelt.

Die Eröffnung dieses besonderen Naturkundemuseums fand im Jahre 1993 statt.

Unter anderem erfahren die Museumsgäste einiges über die Entstehung und Erforschung des Baikalsees und den Besonderheiten seiner Flora und Fauna.

Jährlich besuchen rund 150.000 Wissbegierige das Museum.

Eines der Highlights des Museums ist ein U-Boot, welches mittels einer Simulation eines Tauchganges bis zu einer Tiefe von 1637 Metern die Unterwasserwelt des Baikalsees zeigt.

In dem im Jahre 2008 eröffneten Nachbargebäude, dem Arboretum, werden ca. 400 verschiedene Pflanzenarten gezeigt. Manche von ihnen weisen einen erstaunlichen Seltenheits- und Gefährdungsgrad aus und sind aus diesem Grund beliebte Schauobjekte der Touristen.

Aufgrund der Möglichkeiten, in diesem Museum alles hautnah zu erfahren, zum Beispiel in Form von Simulationen, Aquarien, Ausstellung von präparierten Tieren, etc., ist es eines der begehrtesten Museen in der Nähe von Irkutsk und ein absolutes „Muss“ während einer Städtereise in diese bemerkenswerte Stadt.

Insel Olchon

Insel Olchon

Spektakuläre Steilküsten, hügelige Steppen, lange Strände und weite Sanddünen mit sibirischen Zedern und Lärchen – die größte Insel des Baikalsees erwartet Sie mit einer beeindruckenden Natur. Olchon ist 70 Kilometer lang und im Durchschnitt 10 km breit. Als einzige Insel des Baikalsees ist sie bewohnt, vorwiegend von Burjaten, dem seit über 1.000 Jahren hier ansässigen mongolischen Volk.

Die „Hauptstadt“ der Insel ist das Dorf Khuzhir, in dem rund 1.200 Menschen in kleinen Holzhäusern leben. Erst 2005 wurde der Ort ans Stromnetz angeschlossen und fließendes Wasser gibt es bis heute nicht. Ganz in der Nähe von Khuzhir ragen die berühmtesten Felsen der Insel in den sibirischen Himmel: die Schamanensteine, eine wichtige Pilgerstätte und eines von neun Heiligtümer Asiens.

Sehenswert ist auch Kap Choboi. Wer den Felsen an der nördlichsten Spitze der Insel erklimmt, hat den Baikalsee in seiner ganzen unermesslichen Weite vor sich liegen. Denn direkt vor dem Nordkap liegt mit 79,5 Kilometern die breiteste Stelle des Sees. Hier treffen das „Kleine Meer“ und das „Große Meer“, der offene Baikalsee, aufeinander – und spätestens jetzt ist klar, warum der Baikalsee auch das „sibirische Meer“ heißt.

Gerade für naturbezogene, erholsame Tage bietet die noch nicht im Gesamten erschlossene und daher noch interessantere Insel „Olchon“ das ideale Reiseziel.

Der Schamanenfelsen

Der Schamanenfelsen Mys Burchan ist das beliebteste Ziel vieler Touristen, die nach Olchon reisen. Von dem Hauptort „Khuzhir“ aus sind die beiden gerne als „Mammutzähne“ bezeichneten Felsen in nur wenigen Minuten Fußweg zu erreichen.

Der Schamanenfelsen gehört zum Heiligtum der Burjaten. Hier wurden früher die Schamanenrituale zur Verehrung von Himmel und Erde und Flora und Fauna vollzogen.

Als Opfer für die Geister wurden bunte Stofffetzen an Holzpfählen befestigt und Steine aufeinander gelegt.

Diese sind auch heute noch erhalten und ragen in den blauen Himmel empor, der im schamanischen Glauben den Schöpfergott symbolisiert.

Der burjatische Brauch gibt vor, dass jeder Vorbeireisende an diesen Stellen ebenfalls einen Stein oder einen Stofffetzen als Symbol zur Verehrung der Götter ablegt beziehungsweise anbringt.

Das Kap Choboi

Ebenso wie der bekannte Schamanenfelsen ist auch der Kap Choboi ein heiliger Ort des burjatischen Glaubens. Er befindet sich am nördlichsten Punkt der Insel Olchon und ist ausschließlich über unbefestigte Wege mit Geländewagen erreichbar. An dieser Stelle treffen das sogenannte „kleine Meer“ und der atemberaubend große Baikalsee aufeinander. Ein wundervoller Ausblick von gigantischer Weite.

Von Khuzhir aus werden täglich Ausflüge zum Kap Choboi angeboten. Ein Geländebus kutschiert die Touristen dann gekonnt zu diesem wunderschönen Ort. Immer wieder werden kleine Zwischenstopps an wunderschönen Plätzen eingelegt, an denen sich an der vielseitigen Natur der Insel erfreut werden kann.

Übersetzt heißt Choboi so viel wie „Reißzahn“. Die Form der dortigen Felsen macht dem Namen alle Ehre. Aus einer anderen Perspektive gesehen vergleichen viele die Form auch mit dem Profil einer weiblichen Frau. Daher wird er auch als „jungfräulicher Felsen“ bezeichnet.

Eine Legende besagt, dass dieser Felsen einst eine lebendige Frau war, die von den Göttern aufgrund der Eifersucht ihres Ehegatten in Stein verwandelt wurde. Wenn Neid und Bosheit einmal die ganze Welt beherrschen werden, wird sich der Felsen in die ursprüngliche Frau zurück verwandeln.

Kloster Iwolginski Dazan

Iwolginski Dazan

In stalinistischer Zeit zerstört, heute wieder vollständig aufgebaut, ist das Kloster Iwolginski Dazan eine der größten und wichtigsten Tempelanlagen in Russland. Bunt verziert und prachtvoll geschmückt ragen die Tempel mit ihren geschwungenen, grünen Dächern und goldenen Spitzen in die trockene Ebene östlich des Baikalsees, rund 30 Kilometer von Ulan-Ude entfernt. Im 17. Jahrhundert kam der Buddhismus nach Burjatien, während der Stalinzeit wurden die meisten buddhistischen Klöster zerstört, erst 1945 wurde die Tempelanlage wieder aufgebaut, und zwar dort, wo sich ein mit buddhistischen Büchern beladenes Pferd zum Ausruhen niedergelassen hatte. Gläubige Buddhisten umrunden die Tempelanlage dreimal und berühren dabei die mit religiösen Sprüchen gefüllten Gebetstrommeln. Eine Besonderheit des Iwolginski Dazan ist der Lama Itigelow. Der berühmte geistliche Führer starb 1927 während einer Meditation und sitzt bis heute mit nur minimalen Verfallserscheinungen in Lotus-Pose auf einem Alter der Tempelanlage.

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Video über Baikalsee

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